Elisabeth Jankowski



breve lettura
Elisabeth Jankowski  
"Preghiera metropolitana"
Poesie - prefazione di Annarosa Buttarelli
Edizione "Via Herakleia" - Anterem
Cierre Edizioni 2008
è possibile la spedizione
facendo richiesta a: babelecult@tiscali.it

 
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POESIE SCRITTE IN LINGUA ITALIANA

e nel campeggio di Castel San Pietro
abbiamo annusato le piante
cresciute nelle fessure di antiche vite
mangiato i petali di corolle bianche
un tempo intensamente profumate
ci siamo guardati
ci siamo leccati il viso e il pelo
come gatti dalle morbide zampe
infine abbiamo fatto un salto
dal muretto in cima alla collina
per arrivare senza vera intenzione
in uno spazio alto
un tempo chiamato cielo


e quando la nebbia coprì la valle
avvolse anche la mia casa
in cima alla collina

allora mi sono rivolta a te
se anche tu
sotto la coltre grigia
vedevi le mele

una per una
rosse
vive
nutrite di sole
incancellabili
ora


in quella casa inospitale
c’è quasi tutto
dal pesce al leopardo
stelle mani reni pani
lingue infuocate
la parola che apparecchia
il giorno e la sera

e due vecchie che uniscono tutto
con filo ed ago


tu sei alga
nutriente verde carnosa
fluttuante
di mite intelligenza
allegra

ti dondoli nella barca del padre
esplori fondali azzurri
come il tuo sguardo
sai dire

immobile nei flutti
imbarchi pazienza
quando il vento gonfia la tenda
tua madre dorme oscura
da sempre


neve

tu parli di quiete dell’anima
e stai alla finestra
mentre io cado nella neve
senza comprendere il disegno che lascio

mi sembra essere fuggita dalla mano di mamma
solo ieri
per giocare nel nostro giardino
bianco bianco destino
quando la neve si avvicina
tutto tace


Luna di Mizzani

con le trecce sciolte camicie bianche
le donne anziane prendono la matassa in mano
sedute sul tetto della casa in cima alla colina
vegliano sulla valle aperta verso il mare
con piccole abitazioni
di donne fiere

la luna sfiora appena la sommità del capo
fluente la luce annuncia futuri eventi
le lampade si sono spente sulle rive
solitari pescatori trascinano grandi reti
sul fondo del mare

uomini saggi chiedono clemenza
le stelle radunate trattengono la risposta
le donne anziane chinano il capo
mandano un segno al cielo
accendono un fuoco
per riscaldarsi il cuore

nella tua reggia d’acqua
fra nerastri mattoni
e finestre appannate
sognavi di essere regina di Saba
fuori pioveva
il marito tornato dal turno di notte
russava

impastavi dolci succulenti
farciti di innumerevoli pensieri
nel caldo del forno crescevano
favolosamente
sapevano di paesi lontani
di mandorla e arancia amara
come i tuoi desideri


La sposa bianca

la sposa con i capelli bianchi
profuma di magnolia e di gelsomino
i pesci la rincorrono sul fondo del mare
cervi silenziosi la attendono
sulla soglia del bosco
le api estraggono nettare dal suo mite cuore
il cane al suo fianco
le lecca la mano

le fa male la vita intera

le sue trecce toccano il suolo
radicano in terra
corteccia di un albero
crosta calda del pane
una foglia
una pagina del suo diario
vola per aria

si toglie le scarpe
per camminare nuda
piega un ramo
ma non spezza
mosche e moscerini fanno corona
non pungono
ronzano in cerchio

parlano un’altra lingua
l’accompagnano
non invadono
comprendono senza


parola 1

impastata di sugo saliva
la parola passa nella tua bocca
rimarrà con te la notte intera
domani mi dirai il significato
assimilerà la luna piena
il tuo respiro, sogni, segni
disperazioni
vedrai

parola 2

la parola cadde pesante a terra
frantumandosi in grossi pezzi d’argilla

rimase il senso
la forma scomparve
nei cocci ancora frammenti

con mano delicata mise tutto sul tavolo
per cucinare senza

parola 3

dietro ogni parola si apre un grande silenzio
una terra di nessuno da attraversare muti
fino alle soglie della sorgente del parlare
bocca collante
appiccicosa
ombre che passano
scompaiono
suoni accesi
si sciolgono
in baci e pane

parola 4

all’ennesima cattiva parola
il globo si inabissò
in una regione nebulosa
su un piano inclinato
con campi magnetici
che inghiottivano sereno

solo gli oggetti impolverati
resistettero all’urto dell’offesa
rimanendo inalterati

parola 5

splende
un raggio spezzato
di luce opaca
cosa succederà domani?
nell’intervallo fuori dall’ordine precostituito
appare un oggetto senza parole

wir fassen es an

affiorano piani obliqui
con pietre preziose
nella materia
priva di nome


POESIE SCRITTE IN LINGUA TEDESCA

An Katharina Rutschky

die weiße Haut verbirgt das schwarze Leid

ruf mich nicht an
ich lebe im Todesstreifen
unvernünftige Zellen zersetzen meinen Leib
dunkle Mühlen treiben Räder an

es friert
es schneit

Botschaften verlöschen
die Fenster sind vereist

ich stapfe durch den Schnee
er knirscht
ich bin verwaist

du wartest auf den Tod
deine Grenze ist nicht mehr kulturell

bald kommt Lichtmess
ein anderer Schein
an den du nicht glaubst

Berlin, 2. Januar


wie eine geschmeidige Schlange

glitt wie eine geschmeidige Schlange
in die dunkle Sommernacht
kreischte über die Schienen
mit Flügeln auf dem Rücken
vorbei an der Stadt
dem Verharren Grübeln Warten
unpässlich auf den Betten liegen
den flimmernden Gedanken
beim Bauen und Mauern und
Schliessen von Fugen

flog durch die stille Abendluft
als wollte er fliehen
vorbei an Steintürmen aus Licht
Gleislandschaften am Fluss
verlassenen dunklen Industrieanlagen
im hohen wilden Gras
fliegende Körper am Horizont
metallene Welten dumpf
vertraute Zerstörung der Schönheit
Restfrühlingserwachen der durchfahrenen Zeit

schlafende Fahrgäste mit verschwiegenen Koffern
falschen Papieren in unverständlichen Sprachen
warten unter geschlossenen Augenlidern
auf die endliche Überschreitung ins Paradies
lassen sich wiegen
lassen sich beschimpfen
im Bauch des Wals
dieser faszinierenden Welt

wer wird sie trösten
wenn der morgen anbricht
der Zug anhält
sie das Land betreten
ohne Freundschaft und Halt

wortlos holen die Frauen die Stricknadeln heraus
und öffnen die Ohren
während sie warme Muster kreieren
und Kinder gebären
Bindungsgewebe nähren
unblutige Spuren
Vertraulichkeit


die Hand öffnet sich nach langem Hadern und Warten
aus ihr fallen Steine mit trüben Gedanken
in den Kirschbäumen knospen schon
blütige Tage
der Winter ist vergangen
bald können wir unsere Worte finden
wie sprießenden Samen


der Pfeil hat seine Spitze verloren
du stehst jetzt außerhalb der Zeit
in der warmen Ecke warten Kaffee und Kuchen
der Sessel leer
fast greifbar deine Gestalt

auf dem Schoß hieltst du mich an deinem Herzen
ich plapperte und sang
meine Hände betasteten dein Gesicht
lagen auf deiner Brust

schwarze Wolken beschatteten unsere heiligen Gespräche
Kohlenstaub setzte sich auf dein himmelblaues Kleid


muss ich denn sterben
oder kann ich ewig in dieser Küche bleiben?
wo sind die Töpfe?
Mehl braucht man und andere Zutaten
rühren immer rühren
seit wann rühre ich schon?
und wer ist dieser Mann?
will er immer hier wohnen?
ich warte auf meine Mutter
sie wird mich nach Hause holen

noch einmal streicheln wird sie mich
mir ihre Wörter ins Ohr flüstern
und wiegen

immer wieder wiegen
bis in den Tod


ein Sturm fährt durch die Wolken

- hast du geglaubt ich würde nicht sterben? –

als Löwin bist du geboren
mit weichen Pfoten
reißenden Zähnen
glänzendem Fell

ein kleines Land wurde dir gegeben
zum Arbeiten und zum Leben
einige Tage zum Gesang
jetzt bist du außerhalb der Zeit und doch so nah
deine Stimme braust in meinen Ohren
hörst du mich auch?

als du starbst blühte der Flieder
Tau bedeckte den Morgen
deiner langen Nacht
ich habe gefehlt
als der Küchenvorhang zerriss
die Scheiben bebten
es öffnete sich ein Spalt

die Abtrennung hört nie auf
in dem kühlen Grund liegen nur noch Teile
vergangen ist dein Leid
die weiche Hand schneidet Brot
noch in dem fremden Land
nicht mehr so fremd
hört nie auf
gestillt an deiner Brust
jeden Tag

entzweit

als das letzte böse Wort gesprochen war
und heiße Wellen der Beklemmung
sich über das klebrige Tischtuch ergossen
kam eine sanfte Hexe
und tauchte die beiden
nach all den unendlichen Jahren
in einen Zauberkessel ein
bis über die Haare

es riss und zerrte
es löste und spaltete
Fleisch vom Fleische
und Sinn vom Sinne
Gedanken trieben auseinander
sonst verbundene Finger
hingen frei in der Luft
die Füße waren wieder
nur zwei
es sträubten sich noch die Haare
es schmerzte heftig
da sie so verknotet waren

als es an den Wurzeln riss
stockte ihr zeitweilig der Atem
der Zuber dampfte
das goldene Wasser
wirbelte im Kreis
und trennte den Körper und den Geist

mit dem Gesicht zur Kesselwand
tauchten sie wieder hervor
aus dem Strudel
jetzt waren sie ganz
entzweit


Feuerwerk

beim Feuerwerk
wurde der Horizont ganz hell
beleuchtete ein kleines Häuschen mit dunklen Fensterläden
aus schwarzem Ziegelstein mit offenem Tor
auf der Schwelle
eine alte Frau mit Kopftuch und Schürze
die Hand weit über dem Kopf
sie winkte, weinte und rief
wartete schon ihr Leben lang
mit den Weihnachtskerzen und dem Kranz

aus dem Dach wuchs ein buschiger Baum
unter dem Keller drangen die Wurzeln ins Erdreich ein
bis in das glühende Herz des wandernden Planeten

saß sie selbst auf dem Baum
und kletterte noch weiter hinauf
oder stand sie hier unten und
folgte mit den Augen dem Feuerwerk?